Mein Frau leidet sehr darunter, was ich und der kleine alles mitbekommen so sehr, das ich ihr sie will nicht mehr sehr ernst nehme. Sie wünscht sich nichts sehnlicher als gesund zu werden.
Du hast ja die Lebensgeschichte gelesen, bist so viel ich weiß nie über die Grenze gekommen. Du kannst schon stolz darauf sein wie du das alles geschafft hast!
Sie hat ja auch das erste Staatsexamen bestanden, hat Malkurse für Kinder gegeben.
Ich glaube der Kamil weiß und spürt das sie ihn liebt, doch stimmt es das ich fast alles mache und durch die schwere Stimmung meiner Frau und ihre innere Abwesenheit wird es nicht einfacher. Ich bin viel draußen mit ihm, spiele fast immer mit ihm und ich glaube das es ihm gut geht, es gibt ja auch schwule Paare und Alleinerziehende Väter. Natürlich wünsche ich mir das Marie mehr da ist, mehr Planungssicherheit und weniger Einschränkungen durch die Bulimie, doch dafür müsste ich sie verlassen und diesen Schritt bin ich noch nicht bereit zu gehen.
Ich finde dich überhaupt nicht frech, sonder bin erstaunt wie ehrlich und offen ich mit dir schreiben kann.
ich weiß, dass man nicht verhindern kann, das wir irgendetwas bei unseren eignene kindern "falsch" machen oder das sie uns nicht am ende sowieso irgendetwas vorwerfen werden, egal, wie gut wir es gemeint haben. aber ich denke, dass manches nicht ersetzt werden kann. meine ma hatte auch lebenslang (vor allem mein leben lang) probleme mit sich und war deshalb nicht für mich da. das spielt natürlich in meine lebensgeschichte mit rein und so gut sie versucht, das jetzt wiedergutzumachen. es funktioniert nicht mehr. zumindest bei mir, da fehlt ein stückchen verbindung. aber du hast recht, leben ist nicht immer mutter, vater, kind. ich habe mir irgendwann meine familie gesucht und für viele jahre eine neue (die eines ex-freundes) gefunden, die mir alles gegeben und mich für vieles entschädigt haben. für fehlendes. aber eben nicht für alles. wie es wäre, wenn es nicht so gekommen wäre, kann ich nicht sagen. das ist nicht meins. nehmen wir es, wie es kommt? machen wir das beste draus?! :-)
AntwortenLöschenEin Therapeut in der Klinik hat mal zu mir gesagt was du als Kind auf deinem Weg nicht mitbekommst muss du dir als Erwachsene/er selber erarbeiten und das dauert lange. Mein großer Bruder hat es wie du gemacht, hat sich eine Ersatzfamilie bei seiner damaligen Freundin gesucht, denn bei uns war auch nicht alles super, von daher ist mir der Weggang nicht schwer gefallen. Was in uns steckt müssen wir akzeptieren und lernen damit umzugehen und von daher übernehme ich: nehmen wir es, wie es kommt! machen wir das beste draus! :-)
AntwortenLöschen"Was in uns steckt müssen wir akzeptieren und lernen damit umzugehen..." Gefällt mir, weil es so wahr ist.
AntwortenLöschenManchmal ist das aber eine verdammt harte Aufgabe (für die ich einige Jahre gebraucht habe). Am Ende bin ich auch zu der Erkenntnis gekommen, dass alles (so wie es war) so sein sollte. Alles hat seinen Sinn und führt uns unseren Weg entlang, auch wenn wir meist denken, es sei nicht der Richtige. Aber wenn wir zurückschauen, macht eben alles Sinn.